Aktivitäten
Geschichtswettbewerbe 2020
07.01.2020 - 00:03

Hier finden Sie die Gewinner der Geschichtswettbewerbe im Jahr 2020.


Juli

1. Platz: Catherine King
2. Platz: Sorscha Westfall
3. Platz: In Orion

(von 5 Teilnehmern)

Thema: Der Kuss eines Dementors

„Abernathy-Montrose, Virginia!“, hallt es durch den düsteren Raum und mein Herz scheint urplötzlich stilzustehen. Ich kenne diesen Namen doch! Sofort begebe ich mich in meiner mentalen Liste an mir bekannten Familien auf die Suche nach diesem, um herauszufinden, woher ich ihn kenne, doch ehe ich diese Suche adäquat beginnen kann, werde ich durch den Anblick, der sich mir bietet, darin unterbrochen, welcher besagte Suche auch überdrüssig macht. Gekleidet in typischer Askabaner Sträflingsmontur wird eine Frau hereingeführt, welche damals, als ich sie beim letzten Mal sah, auch wenn dies schon länger zurückliegt, von atemberaubender Schönheit war, jetzt jedoch nichts als eine abgemagerte, verblasste Version dieser Frau ist. Einst gülden glänzende Strähnen, welche zu kunstvollsten Frisuren hochgesteckt wurden, hängen matt und leicht verfilzt an ihr herab. Das damals reine, glänzende Gesicht mit den perlweißen Zähnen ist eingefallen, von gräulicher Farbe, sodass sie mehr einer wandelnden Leiche als einem Menschen ähnelt und ihr Mund, welcher sich kurz leicht öffnet, als sie mich erblickt, besitzt kaum mehr Zähne und das Bisschen, was vorhanden ist, ist von „perlweiß“ so entfernt wie Muggel von Reinblütern. Ihre Augen, in welchen damals glänzende Ozeane innewohnten, sind verblasst, regelrecht leer, auch wenn sie auf mich fokussiert sind, selbst, als sie grob von einem sich hinter ihr befindlichen Mann auf den im hinteren Teil des Raumes mittig gelegen Stuhl manövriert und in diesen gedrückt wird, ehe er mit einem knappen Zauberstabschlenker dafür sorgt, dass die magieblockierenden Hand- und Fußfesseln auf dem Stuhl zuschnappen, wogegen die Frau sich nicht wehrt, den Blick weiterhin auf mich fixiert. Selbst bin ich ebenso unfähig, den Blick von ihr zu wenden, ungläubig, dass einer einst so anmutigen und starken Frau aus angesehenem Hause Derartiges widerfahren konnte. Illegale Geschäfte, munkelt man, worauf ich mir, als ich dies im Zuge dieses kurzen Praktikums in Askaban erfahren habe, ein amüsiertes Schnauben verkneifen musste, auch wenn ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, wer die wortwörtlich arme Seele war, der der Kuss des Dementors zuteilwerden sollte. Unachtsamkeit im Verwischen von Spuren und Wahren der Anonymität wohl eher. Doch der zu dem Zeitpunkt von Amüsement und leichtem Spott untermalte Gedanke ist nun einer voller Mitleid, da die Frau eine Bekannte ist. Mein Fokus auf diese wird erst dann unterbrochen, als ich eine immense Kälte sich im Raum ausbreiten spüre und augenblicklich fröstelt es mir nicht nur, sondern es scheint mir, als würde durch das Eintreffen der Kälte alles Positive aus dem Raum gesogen werden, jegliche Freude. Instinktiv schlinge ich leicht die Arme um mich und reibe mit meinen Händen meine Oberarme, um zumindest einen Hauch von Wärme zu erzeugen, doch vergebens: Die Kälte nimmt an Intensität zu, mit ihr der sich dichter im Raum ausbreitende Nebel, bis ich schon fürchte, zu einem Eisblock zu gefrieren. Und dann wird mir auch schlagartig bewusst, warum dies so ist. Denn das, was ich für einen verzauberten Vorhang hielt, um das genaue Prozedere nicht mitansehen zu müssen, ist die Gestalt des Dementors, welcher den Raum betreten hat und nun, statt sich auf Virginia zu fokussieren, immer näher kommt, in meine Richtung. Mein Reiben über die Oberarme habe ich unbewusst eingestellt, meinen gesamten Körper massiv angespannt, während ich wie gelähmt den Dementor dabei beobachte, wie er immer mehr von der Distanz zwischen uns überbrückt, wie sein rasselnder Atem immer lauter wird und wie er schließlich – endlich bei mir angekommen – eine Krallenhand ausstreckt, mir mit dieser fast schon zärtlich das Kinn anhebt, während er mit der zweiten Hand seine Kapuze abstreift, sodass sein Schlund zum Vorschein kommt, und sich über mich beugt. All dies spüre ich jedoch nicht, da mein Körper komplett taub geworden ist, meine Angst – von der ich nie dachte, sie jemals zu fühlen – komplett Besitz von mir ergriffen hat, während ich spüre, wie das Bisschen an Freude, welche ich in meinem Leben erfahren durfte, droht, ausgesaugt zu werden. Doch ehe dies geschehen kann, spüre ich, wie die Kälte schlagartig weicht und mit einem lauten Keuchen richte ich mich in meinem Bett im Schlafsaal auf. Mir einzureden, dass alles nur ein Traum war, wäre vergebens, da ich weiß, dass dies eine Erinnerung war, an das erste Mal, als ich fast der schlimmsten Strafe der magischen Welt zum Opfer gefallen wäre: dem Kuss eines Dementors.




Juni

1. Platz: In Orion
2. Platz: -
3. Platz: -

(von 1 Teilnehmer)

Thema: Ein Besuch in der Verbotenen Abteilung

Diese Geschichte spielt in einer Harry Potter- Parallelwelt.

Hermine fragte sich wie sie schon wieder in so einem Chaos gelandet war. Sie hatte sich eigentlich vorgenommen die zweite Klasse mit deutlich weniger Abenteuer zu überstehen als die erste, doch nun überschlugen sich die Ereignisse und Hermine musste ihren Freunden helfen die Antworten zu finden die sie brauchten. Die Stunde bei Professor Lockhart war so sinnlos wie alle anderen Stunden bei ihm. Er erzählte seine Geschichten und lächelte dabei, als ob sein Mund in dieser Position eingefroren wurde. Nachdem die anderen das Klassenzimmer verlassen haben, ging sie zu dem Tisch des Professors und setzte ein Lächeln auf. «Ich bin, wie sie wissen, ein großer Fan von ihnen.» sagte Hermine anhimmelnd. Natürlich war sie kein Fan von Lockhart und möchte ihn am liebsten aus dem Fenster werfen, doch sie brauchte seine Unterschrift, um die verbotene Abteilung zu betreten. «Das freut mich zu hören, Miss Granger. Wobei kann ich ihnen helfen?» antwortete er schleimig. «Ich möchte Sie um ein Autogramm bitten. Mir hat ihr Buch Zauberisches ich am besten gefallen, es war wirklich großartig. Sie hätten sicherlich kein Problem hier zu unterschreiben, oder?» fragte sie weiter. Das Pergament, dass sie im hinhält war nämlich die Erlaubnis für die verbotene Abteilung, doch dass brauchte Lockhart nicht zu wissen. «Natürlich werde ich meiner besten Schülerin meine Unterschrift nicht verwehren.» antwortete er während er sich durch die Haare fuhr. Er unterschrieb auf dem Pergament und Hermine machte sich schnell aus dem Staub.

Sie traf Harry und Ron in der nächsten Stunde wieder, doch sie hatten keine Zeit sich auszutauschen. Sie setzten sich zum Mittagessen dicht nebeneinander und Hermine erzählte erfreut von der unterschriebenen Erlaubnis. Sie aßen schnell und machten sich auf den Weg zur Bibliothek.

Miss Prince begrüßte die Freunde und fragte, womit sie ihnen behilflich sein könnte. Als Hermine ihr den Ausleihschein zeigte, hob sie fragend eine Augenbraue, doch sagte nichts. «Ich werde euch dieses Buch heraussuchen, doch seid gewarnt das dies auch schwarze Magie beinhaltet.» Miss Prince bedeutet Hermine ihr zu folgen, doch als Harry und Ron sich auch in Bewegung setzen gab sie ihnen zu verstehen das diese nicht willkommen waren. Hermine folgte der Bibliothekarin schnell und warf den Jungs einen mitleidigen Blick zu. Sie erblickte all die alten, dicken und magischen Bücher und all das Wissen, welches sich in diesen Wälzern befindet. Viele der Bücher wurden von Ketten zurückgalten. Ms. Prince bog in eine der Regalreihen ab und einige der Bücher begannen sich zu bewegen als sie sie passierten. Ms. Prince zog ein dickes, ledergebundenes Buch heraus und drückte es Hermine in die Arme. Sie legte das schwere Buch in ihre Tasche und schaute sich auf dem Weg aus der verbotenen Abteilung genau um. Sie hoffte, dass sie irgendwann all diese Bücher genauer anschauen durfte, doch heute war nicht der richtige Zeitpunkt dafür.

Am Abend, nachdem Hermine, Ron und Harry mit den Vorbereitungen für den Vielsafttrank begonnen haben, lag sie noch lange wach in ihrem Bett. Was für Wissen in diesen Büchern verborgen lag und ob dieses Wissen ihnen bei ihren Nachforschungen helfen könnte? Solche Gedanken spukten Hermine die ganze Nacht in ihrem Kopf rum und sie wurde sie einfach nicht los.

Am nächsten Morgen machte sich Hermine vor dem Unterricht auf in die Bibliothek. Sie hatte das komplette Rezept und alle Informationen zum Vielsafttrank abgeschrieben und wollte, unter dem Vorwand das Buch zurück zu bringen, in die verbotene Abteilung schleichen. Ms. Prince war gerade dabei Bücher an ihren Platz zu sortieren und Hermine bot ihre Hilfe an. «Vielen Dank für eure Hilfe, Miss Granger» sagte Ms. Prince. «Ich werde das Buch aus der verbotenen Abteilung zurückstellen, ich hoffe das ist kein Problem» fügte Hermine beiläufig hinzu. Sie machte sich auf den Weg und die Bibliothekarin hielt sie nicht auf. Sie ging schnell zu der Sektion über Geschichte in der verbotenen Abteilung. Schnell schnappte sie sich einen dicken Wälzer und suchte nach dem Erbe Slytherin. Nach einer schnellen Suche stellt sie das Zaubertrankbuch zurück und verabschiedete sich bei Ms. Prince. Mit ihrem neu gewonnenen Wissen würde sie Hogwarts und ihren Freunden helfen können.




Mai

1. Platz: Emma Smith
2. Platz: Larien Gruenblatt
3. Platz: Jadzia Strawton

(von 3 Teilnehmern)

Thema: Die neue Generation - die Kinder des goldenen Trios

Aufgeregt schob Lily ihren Gepäckwagen hinter ihren Geschwistern her. Endlich. Endlich war es so weit. Sie kam nach Hogwarts. Seit James mit elf Jahren seine Brief bekommen hatte, konnte sie ihren eigenen Schulbeginn kaum erwarten. Bestimmt würde der sprechende Hut sie nach Gryffindor schicken. Da war sich Lily ziemlich sicher. Immerhin waren sowohl ihre Eltern, als auch ihre Großeltern bereits in Gryffindor. Und wenn sie erst an die ganzen Abenteuer, die sie mit Hugo erleben würde, dachte. Noch ein Grund, warum ganz klar Gryffindor ihr Haus war. Sie mochte nichts lieber als Abenteuer. Was Lily wohl erwarten würde? Vielleicht gibt es ein Werwolf Angriff, oder sie muss das Schloss vor Dementoren beschützen.
Dementoren! Allein beim Gedanken daran lief ihr ein Schauer über den Rücken. Einmal hatte sie ihren Vater ins Ministerium begleitet, als die Auroren einen weiteren Todesser erwischten. Sie hatte solange gebettelt, bis Harry zusagte, unter der Bedienung, dass sie immer in seiner Nähe blieb. Natürlich hielt sich das neugierige Mädchen nicht daran und schlich bei der erstbesten Gelegenheit nach unten, um sich die seltsamen Gestalten mit den Kapuzen genauer anzusehen. Man hatte ihr zwar erzählt, dass Dementoren einem sämtliches Glück stahlen, aber so richtig glauben wollte sie das nicht. Doch kaum hatte sie den Bereich der Ministeriumsangestellten verlassen, wurde ihr eiskalt. Sie fühlte sich, als gäbe es in ihrem gesamten Leben, kein einziges glückliches Erlebnis. Die Erinnerung ließ Lily erschaudern.
„Schwesterchen! Doch keine Lust mehr auf Hogwarts? Oder wo willst du hin?“, riss die belustigte Stimme von James sie aus ihren Gedanken. Verwirrt schaute sie sich um. In ihrer Aufregung wäre sie beinahe an der Absperrung vorbeigelaufen. Mit hochrotem Gesicht kehrte die jüngste der Potters um. „So, dann sind ja jetzt alle bereit“, diktierte ihre Mutter Ginny, „James, du machst den Anfang, dann kommen … James!“ kaum dass sein Name gefallen war, verschwand er auch schon durch die Absperrung. Lily musste kichern. Mrs Potter verdrehte die Augen und seufzte: „Dann kommen Lilly und ich und zu guter Letzt euer Vater mit Albus.
Schlagartig wurde Lily nervös. Sie war schon oft durch die Absperrung zwischen den Gleisen 9 und 10 gelaufen um zum Gleis 9 ¾ zu gelangen, aber diesmal war es anders. Diesmal würde sie nicht gleich mit ihren Eltern wieder zurückkehren. Nein, diesmal würde sie im Hogwartsexpress sitzen und am Weg zur Schule sein, während sich ihre Eltern am Heimweg befanden. Sie schluckte den Klos in ihrem Hals hinunter und nahm ihre Mutter an der Hand. Gemeinsam liefen sie in Richtung der Absperrung, kurz wurde es schwarz, bevor sie auf der anderen Seite wieder auftauchten.
Keine Sekunde später standen Albus und ihr Vater hinter ihnen. Ihr älterer Bruder sah sich kurz um und verschwand gleich wieder in der Menge. Wahrscheinlich suchte er Scorpius. Sein bester Freund und Hauskamerade in Slytherin. Albus war ja in Slytherin! Mit einem Mal war sie sich nicht mehr so sicher ob sie wirklich nach Gryffindor kam, so wie James. Aber nach Slytherin wollte sie auf keinen Fall. Das lag nicht mal wirklich daran, dass die meisten Todesser in Salazar´s Haus landeten, nein es lag viel mehr an Albus und Harry. Es würde zwar keiner von beiden zugeben, aber seit Albus Schulanfang vor zwei Jahren, war das Verhältnis zwischen Bruder und Vater ziemlich angespannt. Außerdem ärgerte James, Albus ständig damit, dass er der neue Lord Voldemort sei. Wenn sie sich es recht überlegte passte James eigentlich viel besser nach Slytherin als der eher ruhige Albus.
„Lily Mäuschen! Wo bist du nur mit deinen Gendanken? Der Zug fährt gleich ab!“, lachte ihre Mutter. Erschrocken sah das Mädchen auf. Tatsächlich befand sich fast kein Kind mehr am Bahnsteig. „Tschüss Mum! Tschüss Dad! Hab euch lieb!“, schnell umarmte sie ihre Eltern und drückte ihnen einen Kuss auf die Wange. Schnell stieg sie in den Zug ein und setzte sich zu James, Albus, Rose und Hugo ins Abteil. Da saßen sie nun, die neue Generation – die Kinder des goldenen Trios, lachten naschten Schokofrösche und hatten jede Menge Spaß. Und ganz egal in welchem Haus sie waren, sie würden gemeinsam ein großes Abenteuer bestehen. Da waren sich alle einig.




April

1. Platz: Noa Hyde
2. Platz: Kassiopeia Nicholson
3. Platz: Elain Yellow-Wolfsbane

(von 11 Teilnehmern)

Thema: Ein Treffen unter Todessern

Es gab keinen Grund, weshalb sie aufgeregt sein sollte. Keinen. Sie war in dieses Leben hineingeboren worden. Und nicht nur das, sie hatte dieses Leben auch bewusst gewählt. Sie war dem Weg ihrer ältesten Schwester gefolgt: Die Ehe mit einem respektablen Reinblüter, offen für die Revolution und gegen die Übernahme der Magischen Welt durch Schlammblüter.

Dem Vorbild ihrer anderen Schwester folgen, mit der Familie brechen und verstoßen werden – Niemals.

Aber sie konnte nicht behaupten, dass sie nicht wusste, dass sie eine Wahl hatte. Sie hatte gesehen, welche beiden Möglichkeiten es gab, und sich für die entschieden, von der sie glaubte, dass es die Richtige war. Für sie.

Doch war es auch die richtige Entscheidung für ihren Sohn?

„Draco…“, sprach sie ihn vorsichtig von der Seite an. Er probierte gerade verschiedene Festumhänge und hatte sie um ihre Meinung gebeten.

„Zu eng um die Arme? Ja, habe ich auch gedacht,“ antwortete er mit einem Stirnrunzeln, das die Ähnlichkeit zu seinem Vater unterstrich.

„Nein, das meinte ich nicht,“ antwortete sie und winkte ihn zu sich. „Draco… Du musst das nicht tun.“

Ihr Sohn schaute sie verwirrt an, offensichtlich irritiert was sie meinte. „Umhänge anprobieren? Du weißt wie wichtig dieses Treffen ist. Für mich, für dich und für Vater.“

Narzissa nickte. Das Pflichtbewusstsein ihres Sohnes brach ihr fast das Herz. „Du weißt, worum es in dem Treffen gehen wird, oder?“

„Um Vater,“ antwortete Draco nach einem kurzen Zögern und wich dem Blick seiner Mutter aus. „Sie wollen, dass ich seinen Platz einnehme.“

Seine Stimme war am Ende kaum mehr als ein heiseres Flüstern. Nur ein kurzes Schaudern erschütterte seinen Körper, dann hatte er sich wieder im Griff. Eine gute Eigenschaft für einen Todesser, wenn auch noch nicht perfekt. Zeigen, was er wirklich fühlte, könnte lebensgefährlich werden.

Narzissa packte ihn schon fast grob am Arm, auch darauf reagierte Draco nicht. „Du musst das nicht tun,“ wiederholte sie nochmal eindringlich. Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke, dann schaute Draco wieder zur Seite.

Vermutlich, um die Tränen wegzublinzeln.

„Ich habe keine Wahl,“ antwortete er, die Stimme klar, kein Zittern, keine Schwäche. „Vater hat versagt. Das ist die einzige Möglichkeit, unsere Ehre wiederherzustellen. Uns zu schützen.“

„Wir kommen klar. Du hast eine Wahl – du musst dich nicht für uns opfern, es gibt immer eine andere Möglichkeit.“ Im Gegensatz zu Draco hatte Narzissa keinerlei Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu beherrschen. Vielleicht hatten sie es trotz aller Bemühungen nicht geschafft, ihn ausreichend vorzubereiten.

„Was ist denn die andere Möglichkeit? Fliehen? Untertauchen? Mich mein Leben lang verstecken? Vermutlich unter Muggeln? Euch zurücklassen? Es gibt keine andere Möglichkeit.“

Narzissa schauderte. Vermutlich war ihre Lüge von der „Wahl“ genau das. Eine Lüge. Sie drückte kurz die Schulter von Draco.

„Du weißt wie das Treffen abläuft?“

Draco nickte und sein Gesicht wurde starr. „Ich werde alle begrüßen. Höflich, mit Namen. Sie tragen ihre Maske, ich nicht. Dann werde ich vor dem Dunklen Lord niederknien und ihm meine Treue schwören.“ Ein Zucken ging durch sein Gesicht und Narzissa wusste, dass Lucius ihn für diese Gefühlsregung bestraft hätte. Als es noch darum ging, ihn vorzubereiten. Doch diese Zeit war vorbei.

„Er wird mich vermutlich meine Treue beweisen lassen. Wie? Weiß keiner.“

„Keine Gefühle, Draco!“

„Entschuldigung, Mutter.“ Draco senkte den Kopf. „Und zuletzt…“ Seine rechte Hand krampfte sich um seinen linken Unterarm. „Werde ich das Dunkle Mal bekommen.“ Er zuckte automatisch zurück, als hätte Narzissa ihn geschlagen. Sie konnte es ihm nicht verübeln.

„Ja, in allen Punkten, aber…“

„Ich muss meine Gefühle kontrollieren. Ich weiß, Mutter. Das ist das Wichtigste bei einem Treffen unter Todessern.“




März

1. Platz: Jadzia Strawton
2. Platz: Larien Gruenblatt
3. Platz: Safira Ruby Day

(von 3 Teilnehmern)

Thema: Der Tod von Tom Riddles Eltern

Sie tuschelte und räusperten, es war eine seltsame Erscheinung, doch der junge Tom Riddle ließ sich nicht beirren. Dass die Muggel so reagierten, zeigten ihm, dass er am richtigen Ort war. „Little Hangleton, irgendwie passend“, dachte er schmunzelnd in sich hinein. Seine Verwandtschaft zu jener Familie, die in ihrem schon fast Schloss nennbarem Haus am Rande der Ortschaft leben, war unübersehbar. Doch das durfte nicht in den Köpfen der Muggel bleiben, zu viele Fragen würde auftauchen und früher oder später auf ihn zurückführen. So verließ das laufende Rätsel die Gaststätte „Zum gehängten Mann“ so schnell wie er gekommen war und löschte im Gehen die Gedächtnisse der Anwesenden radikal an diese Begegnung aus.

Draußen angekommen hätte er sich am liebsten in einen wehenden Umhang mit Kapuze gehüllt, doch es war ein milder Sommerabend im Juli des Jahres 1944. Es würde nicht nur zu warm werden, sondern auch allzu sehr auffallen, also verpasste er sich kurze Hand durch eine gekonnte Verwandlung eine blonde Bobfrisur. „Nie wieder, nie wieder werde ich mich durch das Wetter beeinflussen lassen“, fluchte er innerlich, er muss furchtbar ausgesehen haben, wenn auch nicht furchteinflößend. An dieser Stelle war ihm aber klar, war Überheblichkeit fehl am Platz. Raschen Schrittes bewegte er sich auf das Herrenhaus der Familie Riddle zu. „Im Gegensatz zu Hogwarts ist das nichts“, bemerkte er, als er sich das Anwesen ansah. Plump eckig und mit seltsam platzierten Schornsteinen war es alles anders als prächtig, wie es in den Vorstellungen von Tom Riddle sein sollte. Ein Aspekt mehr, der ihm in seinem Handeln bestärkte. Unbemerkt öffnete er die Tür mit einem stummen Alohomora und schloss sie hinter sich sachte mit der Hand. Ein Moment blieb er steif stehen, lange hatte er diesen Tag geplant, doch überlegte er nun, wie viel er seinen vermeintlichen Großeltern und Vater noch erzählen wollte, bevor sie sterben sollten.

Dann hörte er plötzlich Stimmen und folgte ihnen in ein stattliches Wohnzimmer. Ohne mit der Wimper zu zucken verpasste er den drei anwesenden Muggeln eine Ganzkörperklammer. Sie hatte nicht einmal die Zeit ein erschrockenes Gesicht aufzusetzen und blieben in sich unterhaltender Miene. Die hellblonden Haare fielen dem jungen Zauberer nun wieder ein und korrigierte seine Frisur und präsentierte sie den Nichtsnutzen vor ihm. Dann sagte er nicht mehr viel, sondern elegant und geschwind seinen Zauberstab, der er bisher stets verborgen bei sich getragen hatte, und sprach deutlich und gut hörbar die Worte des einen Fluches, der den drei Muggeln das Leben nahm. „Das Weib, das sich meine Mutter nennen wollte, hatte Glück gehabt, das sie bei meinem Anblick schon gestorben ist. Die Analogie zum Basilisken ist doch faszinierend, und so solltet auch ihr mich vorher noch gesehen haben.“, erklärte er den Leichen und ließ sie so liegen, als er den Raum verlässt. Das er eines Tages hierhin zurückkehren werde, schloss er fest aus. Es gab keinen ergiebigen Grund es zu tun, doch sollte es so sein, dann ganz im Zeichen des Namens dieses Dorfes Little Hangleton. Jemand muss dann sterben, sonst verliert der Ort die Bedeutung, den er in der Welt der Zauberer erhalten soll.




Februar

1. Platz: Shye Sangos
2. Platz: Jadzia Strawton
3. Platz: -

(von 2 Teilnehmern)

Thema: Mühsame Strafarbeit bei Mr. Filch

Genervt blickte Ron auf die Uhr. Schon zwei Stunden war er hier in dem Pokalzimmer und er hatte erst die Hälfte der Pokale poliert. Völlig erschöpft ließ er sich auf den harten Boden plumpsen und warf den Putzlappen wütend weg, während er misstrauisch zu Mr. Filch blickte, der auf einem Stuhl neben der Tür saß und vollkommen entspannt seine graue Katze streichelte, die ein behagliches Schnurren von sich gab.

Es dauerte nicht lange, da bemerkte der Hausmeister den Jungen am Boden und sprang entschlossen von seinem Stuhl auf, sodass die Katze mit einem Maunzen von seinem Schoß sprang. „Was soll das denn? Du bist noch lange nicht fertig, du Bengel!“, brüllte Argus Filch, der mürrische Hausmeister, den jungen Gryffindor an, der daraufhin ängstlich das Gesicht verzog. „Aber ich wollte doch nur kurz eine Pause machen, meine Finger sind schon ganz wund von dem Schrubben, und außerdem habe ich Hunger, das Abendessen beginnt doch in ein paar Minuten …“, jammerte der Schüler und blieb stur am kalten Steinboden sitzen.

Mit bösem Blick trat Filch langsam an den Jungen heran, dicht gefolgt von seiner Katze Mrs. Norris, die merkwürdigerweise immer genau den gleichen Blick draufhatte wie der Hausmeister, und noch dazu bedrohlich fauchte. „Kann ich denn nicht wenigstens meinen Zauberstab benutzen? Wozu sind wir denn in einer Schule für Hexerei und Zauberei, wenn ich die Pokale wie ein Muggel polieren muss. Das geht doch mit einem Reinigungszauber viel leichter und schneller“, klagte Ron weiter, doch der Blick des Hausmeisters nahm nun ein gefährliches Funkeln an, das nichts Gutes verhieß. Er kniete sich neben Ron auf den Boden, beugte seinen Kopf dicht zu dem des Schülers, so nahe, dass Ron die kaputten Zähne sehen und den üblen Atem des Alten riechen konnte. Dann flüsterte Mr. Filch dem Knaben ins Ohr: „Strafe muss wehtun, du Bengel. Sollst dir ja endlich mal merken, dass man nachts nicht in den Gängen umherschleicht!“

Er lehnte sich wieder ein paar Zentimeter zurück und Ron war gerade froh, den stinkenden Atem nicht mehr riechen zu müssen, als er die nächsten Worte des Hausmeisters vernahm: „Allerdings werde ich wohl die Peitsche holen müssen und glaub mir, dann werden deine Finger wie von selbst schrubben!“ Ein hämisches Grinsen umspielte den Mund des Hausmeisters, der nun wieder aufstand und mit gemächlichen Schritten zur Tür schritt, dicht gefolgt von seiner Katze.
Ron wurde schwummrig. Das konnte doch nicht sein Ernst sein? Eine Peitsche? Körperstrafen waren doch in Hogwarts verboten, oder etwa doch nicht? Ganz sicher war sich Ron da nicht, obwohl ihm Fred und George sicher davon erzählt hätten, wenn das wahr wäre. Aber lieber kein Risiko eingehen, dachte sich der junge Gryffindor, schnappte sich wieder den Lappen und stand auf.
Er nahm sich den nächsten Pokal vor und ignorierte seinen knurrenden Magen, der sich mittlerweile so anfühlte, als wäre ein riesengroßes Loch vorhanden.

Der Hausmeister drehte sich bei der Tür um und stellte zufrieden fest, dass der junge Ron Weasley wieder seiner Putz-Tätigkeit nachging und ließ sich in der Ecke neben der Tür wieder auf seinem Stuhl nieder. Mit einem Lächeln genoss er den Anblick des armen Schülers, der mühevoll einen Pokal nach dem anderen polierte und dabei Unverständliches vor sich hinmurmelte. Dann hob er seine Katze auf seinen Schoß und zog ein Pausenbrot aus der Tasche, welches er freundschaftlich mit seiner Katze teilte.




Januar

1. Platz: Jadzia Strawton
2. Platz: Shye Sangos
3. Platz: -

(von 2 Teilnehmern)

Thema: Das Büro des Schulleiters

Der Hut hatte all die Jahre schon vieles gesehen; verzweifelte Schulleiter, sich beschwerende Hausmeister, besorgte Lehrer und auch mal den ein oder anderen verirrten Schüler. Einmal im Jahr verlässt er das Schulleiterbüro, teilt die neuen Schüler in ihre Häuser in der großen Halle ein, und wird anschließend wieder in die gleichen Räumlichkeiten zurückgebracht. In der Melancholie der Einsamkeit hatte er nach ein paar hundert Jahren begonnen die freie Zeit zu nutzen und Lieder zu komponieren. Am ersten Schultag eines jeden Jahres präsentiert er den Schülern dann sein Jahreswerk. Wie jeder gute Künstler kann er natürlich in seinen Texten nur über das schreiben, was er kennt. Da er aber nicht jedes Jahr von Einsamkeit und der Möblierung des Büros des amtierenden Schulleiters singen kann – beides ändert sich nie – textet er über die Menschen, die in das Büro ein- und ausgehen und was er sonst noch von diesen über das Weltgeschehen erfährt.

Eines Abends hörte schweigend einem Gespräch zwischen dem Schulleiter Albus Dumbledore und dem noch jungen Professor für Zaubertränke. Es war ein sehr interessantes wenn auch emotionales Gespräch, doch an diesem Abend sprach Dumbledore ihn anschließend direkt darauf an, dass dieses vertraulich war. Niemand durfte erfahren, dass es ein Gespräch dieser Art gab und schon gar nicht durfte er jemals auch nur ein Wort in seinen Liedern darüber verlieren. Über die nächsten 15 Jahre wiederholten sich solche Abende; Abende, an denen der Schulleiter ihm bereits explizit vorher verbot, das Material in seinen Liedern zu verarbeiten, an denen er sich mit dem Zaubertränke- und späteren Hauslehrer von Slytherin traf; Abende, an denen er nichts als schweigend in einem Regal lag und doch nie eines der gefallenen Worte vergaß.

Auch Harry Potter ist er ungewöhnlich oft für einen Schüler in dem Büro begegnet. Ein schwieriger Fall und er war sich stets sicher gewesen, dass er in Slytherin sich ebenfalls gut gemacht hätte. – Aber aus Erfahrung wusste er aber auch, dass Schüler sich schwertun, wenn man ihre eigenen Wünsche nicht respektiert. – Der Schulleiter hatte diesem Jungen sein vollstes Vertrauen gegeben, ihn die unheilvollsten Erinnerungen in seinem Denkarium gezeigt und doch seine eigene Vergangenheit vor ihm verborgen. Der junge Harry Potter hatte Erinnerungen über Horkruxe und dunkle Zauberer gesehen und doch durfte er nicht erfahren, weshalb überhaupt alles so war wie es war. Erst am bitteren Ende … - doch es war gut so, entschied der Hut, es war noch immer ein Junge, der bereits zu viel mitgemacht hat, als man es in seinem Alter sollte.

Es gibt viele Dinge, worüber der sprechende Hut sein Leben über geschwiegen hatte. Doch gab es auch genug, worüber er gesungen hat, was er den Schülern auf den Weg geben wollte. Er hatte die halbe Zaubereigeschichte aus einem einzigen Raum miterlebt und könnte diese vermutlich lückenlos erzählen, ohne jemals ein Buch geöffnet zu haben. Im Büro des Schulleiters von Hogwarts haben sich wahrscheinlich mehr weltbewegende Geschichten abgespielt als im Büro des Zaubereiministers. Ein Glück ist Albus Dumbledore niemals Minister geworden – dann hätten die Schüler sich alljährlich ein Lied über die schönen Möbel anhören müssen.


Prof. Hermione Horrible


gedruckt am 07.08.2020 - 19:33
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